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Reisetagebuch Korsika

Reisetagebuch Korsika Herbsturlaub 2011 1.Tag und Anreise.Bereits die Anreise gestaltete sich als eine außergewöhnliche Angelegenheit. Die Medien berichteten reißerisch über ein Stauwochenende und meldeten viertelstündig, wie viele Kilometer Stau es in NRW zu diesem Zeitpunkt gibt. Beim Zuhören hatte man den Eindruck, dass das Grinsen im Gesicht der Moderatoren immer breiter wurde. In Richtung Süden gab es jedoch keinen einzigen Stau, so dass wir reibungslos bis nach Livorno durchfahren konnten. Unterwegs, auf einer Raststätte parkten wir den Wagen durch Zufall neben einer „Skulptur“ eines Vereins für Verkehrssicherheit. Auf einem Anhänger wurde als Warnung ein total verunfalltes Motorrad präsentiert. Kommentar meiner Frau :“Die sind ja total bescheuert“. Was soll ich sagen. Sie hatte Recht. Wir sind frühzeitig in Livorno eingetroffen und hatten nun vier Stunden Zeit um auf die Fähre zu warten. Es gibt auf dem Hafengelände zwar ein „Shopping Zentrum“ das jedoch nicht geöffnet hatte. Wahrscheinlich lohnt es sich nicht die Geschäfte in der Nachsaison zu öffnen. Die Fähre hatte eine Stunde Verspätung und war in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand (Sardenga&Corsica Ferries). Die Besatzung war unorganisiert und die Ent- und Beladung des Schiffes dauerte daher recht lange. Die Fahrt dauerte 4 Stunden. Als wir startbereit in unseren Auto saßen um die Fähre zu verlassen, kamen zig Passagiere mit Gepäck, die sich zwischen der Wand des Parkdecks und unserem Auto in Richtung Verladeklappe drängelten. Da dieser Spalt noch nicht einmal 80 cm breit war und die meisten dieser Passagiere große Taschen und Koffer (oder beides) dabei hatten, kratzen sie immer lustig mit dem Gepäck an unserem Auto entlang. Frauchen musste mich festhalten damit ich nicht ausstieg. Im Nachhinein hat es sich dabei wieder bewährt, dass wir nicht mit einem neuen Auto (können wir uns eh nicht leisten,-)) reisen. Ein paar Kratzer mehr sind dann leichter zu verschmerzen.In Bastia angekommen ging unsere Zeitplanung dann endgültig den Bach runter als wir erkannten, dass es bis zu unserer Ferienwohnung nicht 60 Kilometer, wie ich mich – aufgrund meiner Recherchen- zu erinnern glaubte, sondern 140 Kilometer sind. Erschwerend kommt hinzu, dass uns etliche hundert Kurven von der Wohnung trennten und wir mit einem Geländewagen mit Motorradanhänger unterwegs waren und es außerdem stockdunkel war.Auf diesem Teil der Reise gewannen wir einen ersten Eindruck von der Mentalität der Korsen. Die meisten dieser Spezies fahren nämlich mit dem Messer zwischen den Zähnen Auto. Es war stockdunkel, die Straßen extrem kurvig und unübersichtlich und die einheimischen brettern durch die Dunkelheit, dass man meinen könnte, man würde in eine Nachtfahrprüfung der Rallye Korsika geraten. Möchte man sich nicht an diesen Wahnsinn beteiligen gibt es zahlreiche Anhaltebuchten in die man flüchten kann, um die Rallyefahrer vorbei zu lassen. Viele Kreuze am Straßenrand zeugen von der wahren Fahrkunst dieser Spinner.Ganz gegen meine Gewohnheit habe ich schließlich eine dieser Anhaltebuchten genutzt, um ein paar dieser Rennfahrer vorbei zu lassen und einige Kurven weiter sah man das Ergebnis dieser irren Raserei.Vor uns hatte sich ein Unfall ereignet. Eine Familie mit drei kleinen Kindern hat in der Dunkelheit eine Kuh angefahren. Es war ein Muttertier mit einem kleinen Kalb. Das Tier lag schwer verletzt auf der Fahrbahn und das Kalb rannte aufgeregt die Straße entlang vom Unfallort weg.Was nun passierte war total surreal. Aus den Auto vor uns stieg eine sehr hübsche groß gewachsene junge Frau aus, die ein langes schwarzes Abendkleid an hatte und sich zunächst in aller Ruhe ihre Schuhe anzog, dann zu dem verunglückten Wagen ging und sich um die Familie mit den Kindern kümmerte.Während weitere Passanten sich um die Kinder bemühten drängelte sich ein großer weißer Geländewagen (Typus „Zuhältertransporter“) an uns vorbei und ein Mann mit einem Gewehr stieg aus. Die Kinder wurden in Sicherheit gebracht und der Mann erschoss die verletzte Kuh kurzerhand auf der Straße. Das Tier zuckte noch eine Weile vor sich hin, während das verunglückte Auto zur Seite geschoben wurde. Die junge Frau stellte sich mitten in der Nacht in ihrem Abendoutfit auf die Straße und begann den Verkehr zu regeln, so dass wir weiterfahren konnten. Das alles lief in einer absolut „ruhigen Atmosphäre“ ab, als wenn es das Natürlichste auf der Welt sei. Nur die Kinder waren natürlich durcheinander. Irgendwie erinnerte uns das Erlebte an eine Fernseh- oder Theaterinszenierung.Wir lernten also am ersten Abend auf Korsika schon folgendes (ich weiß, wenn Lehrer reisen…): - Es gibt dort sehr schöne und coole Frauen ;-). - Die meisten Kerle sind bewaffnet. An jeder Ecke steht ein Jäger und gibt es gerade kein Tier zum Schießen, dann werden Straßenverkehrsschilder „erschossen“. Es gibt praktisch kein Schild ohne Einschusslöcher auf der Insel. - Kühe laufen frei auf der Straße (übrigens auch Schweine, Schafe, Ziegen und Hunde). Vereinzelt auch Menschen meist älteren Jahrgangs (lag aber wohl daran, dass die älteren Semester im Herbst noch die Esskastanien sammeln). - Die Korsen haben einen Drang zum Suizid mit Hilfe ihres Autos. - „Schwarze Kühe sollten nachts nicht auf der Straße unterwegs sein“ (Zitat meiner Frau).Wir sind dann schließlich doch noch spät am Abend in unserer Wohnung eingetroffen und dem Feierabendbier stand nichts mehr im Wege. Musste nur noch den Wagen ausladen und das Mopped vom Hänger holen. Alles easy. Hab nur leider vergessen ein Zurrband an der Gabel zu lösen und als ich das Moped abladen wollte, blieb es an dem Gurt hängen und wollte partout umkippen. Ich war nicht unbedingt scharf darauf direkt bei der Ankunft und mitten in der Nacht in der Feriensiedlung nach Hilfe zu rufen aber als nach etlichen Minuten – gefühlten zwei Stunden – schwanden mir langsam die Kräfte und ich merkte, dass ich die 230 Kilo Moped nicht mehr lange halten konnte. Ich warf dann doch alle Hemmungen über Bord und rief nach meinem holden Weib. Erstaunlicherweise hat sie mich sogar gehört und mit vereinten Kräften haben wir das Mopped abgeladen. Die wichtigste Lektion von allen ist daher: Gesetz!Niemals und auf gar keinen Fall im erschöpften Zustand nach zwei Tagen Anreise irgendwas kompliziertes, wie z.B. Mopped abladen, Tische versetzen (hab mir dabei in Spanien übelst die Finger gequetscht) oder ähnliche Dinge machen. Nur hinsetzen, gucken, Bier trinken, schlafen gehen. Dann wird alles gut.

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